Wovon singen die denn im Finale?

Nach den Interpretationshilfen zum Semifinale 1 und zum Semifinale 2 liefern wir heute noch die Zusammenfassung der Texte der für das ESC-Finale fest gesetzten Big 5 und des Gastgebers Israel. Sie werden erst im Finale auftreten – eine Startreihenfolge ist deshalb noch nicht bekannt. Bei den sechs Beiträgen kommen fünf Sprachen zum Einsatz: Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und ein wenig Arabisch.
Hier in alphabetischer Reihenfolge:

– Deutschland

S!sters: Sister
Ich bin es leid immer zu kämpfen, lass uns unseren Streit beenden“. Beide haben sich bis aufs Messer bekämpft, sich als Feinde bezeichnet, doch der Feind ist in einem selbst und der muss bekämpft werden. Entschuldigungen werden ausgesprochen, um wieder gemeinsam voran zu kommen, denn eigentlich sind beide doch Schwestern.

– Frankreich

Bilal Hassani: Roi
Vom Selbstbewusstsein, der sein zu können, der man sein will, davon handelt das französisch-englische Lied „König“ von Bilal Hassani.
„Ich bin nicht reich, aber ich strahle hell, weil ich mich in meinen Träumen als ein König in meinem Königreich sehe“. Den Anfeindungen auf dem Weg zu sich selbst zu widerstehen und den Stimmen „sei so, sei so“ nicht zu folgen, davon singt der Franzose: „Ich habe geweint, ich entkam und jetzt lächle ich“.
Es wurde versucht ihn zu unterdrücken, doch gebrochen haben sie ihn nicht. Nur Gott darf über ihn richten.

– Großbritannien

Michael Rice: Bigger Than Us
„Nimm meine Hand und ich werde dich nach Hause bringen. Du wirst nie mehr alleine sein, denn unsere Liebe ist viel, viel größer als wir selbst. Ich fühle das Universum, wenn ich deinem Atem spüre“.
Ja, es gibt sie noch die Liebeslieder, die einzig und alleine verkünden, wie toll die Liebe ist: eben größer als alles andere.

– Israel

Kobi Marimi: Home
Von der Rückkehr nach Hause singt der israelische Sänger in diesem Jahr. Er hat sein Zuhause verlassen und hat es zu etwas gebracht. Erhobenen Hauptes zurückzukehren hat er nun allen Grund.
Das Herz war ihm zerfetzt worden, er ist barfuß auf Berggipfel gerannt, hat die Sonne auf seiner Haut gespürt. All das hat ihn gestärkt – weitere Verletzungen sind überflüssig. Berührungen können ihn jetzt nicht mehr verletzen: Zeit, nach Hause zu kommen.

– Italien

Mahmood: Soldi
Der italienische Beitrag ist eine zutiefst persönliche Auseinandersetzung Mahmoods mit seinem Vater, den er kaum kennt. Es gibt dunkle Erinnerungen aus der Kindheit, aber der Vater hat die Mutter früh verlassen. Er trank Champagner während des Rammadan, weiß Mahmood noch.  Wie es Mahmood gehe, fragt der Vater seitdem immer wieder – sollte er als Vater nicht wissen, wie es seit seinem Weggang zuhause lief?!
Mahmood kann nicht einschätzen, ob sein Vater ihn vermisst oder er ihm egal ist. Er hat das Gefühl, er wolle ihn nur treffen, weil er auf Geld („soldi“) von Mahmood hoffe, das dieser aber überhaupt nicht hat.
Auch ärgert ihn, dass seine Mutter immer noch von Liebe spricht, obwohl die nie zu spüren war.
Zwei Zeilen arabischer Text tauchen aber auch auf, die an vergangene schöne Zeiten erinnern und einfach nur ausdrücken: „Mein Sohn. Mein Sohn, Schatz, komm her.“
ولدي, ولدي, حبيبي تعال هنا
(Waladi waladi habibi ta’aleena)

– Spanien

Miki: La Venda
Miki will uns animieren, unsere Augenbinden, die uns vielem gegenüber blind machen, fallen zu lassen. Wenn wir die weggeworfen haben, verspricht er, erleben wir Freude und Phantasie. Mit der Augenbinde waren wir auf Irrwegen und haben uns verkauft. Miki zeigt uns einen neuen, besseren Weg – rein ins wilde Leben.
Dann werden wir „so sein, wie wir sein wollen und wie wir eigentlich sind“.
¡Olé!

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