Replay – EuroVisionen zum Eurovision Song Contest 2019

Nach All Aboard in Lissabon mag der Eindruck entstanden sein, unser Blog sei mit den Fluten fortgespült worden. Doch nach einer leider langen Winterpause haben wir den belgischen Weckruf Wake Up gehört und melden uns zurück. Replay (Wiederholung) heißt der Beitrag Zyperns zum Eurovision Song Contest 2019. Damit will der Inselstaat gerne an das Konzept und den Erfolg vom vergangenen Jahr anknüpfen:

Wir jedoch wollen uns nicht nur wiederholen, sondern natürlich auch verbessern und haben unser Relaunch von 2018 fortgesetzt und überarbeitet. Ihr könnt uns nun über eine gesicherte https-Verbindung und via Mobilgeräte (vom portugiesischen Beitrag lernen wir, dass die dort Telemóveis heißen) abrufen. Auch die europäische Datenschutzrichtlinie wurde konsequent umgesetzt – viel Arbeit, die nicht sofort ins Auge fällt, aber überfällig war.

Europa in Bewegung

Am heutigen Tag streitet Großbritannien weiter erbittert über das Verhältnis des einstigen Empires zu Europa. Soll das Königreich die EU wirklich verlassen (Walking Out)? Anscheinend ist der Brexit plötzlich eine Nummer zu groß für alle Beteilgten geworden. Oder, wie Michael Rice singen wird: „It’s bigger than us!“.

Gleichzeitig wurde in Brüssel soeben ein neues Urheberrecht verabschiedet. Bei aller Notwendigkeit spaltet es jedoch mit zwei umstrittenen Paragraphen die Öffentlichkeit. Gerade der netzaffine Teil Europas wird vermutlich gerne dem Niederländer Duncan Laurence zustimmen und an Europa gewandt singen: „Loving You is a Losing Game!“

Beide Ereignisse sind Zeugnis einer zunehmnden Europa-Müdigkeit, der wir mit unserem Blog als überzeugte Europäer entgegentreten wollen. Der Eurovision Song Contest 2019 wird wie alle vorangegangenen ein Spiegelbild auch politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen sein.
Gerade eine Woche vor der Europawahl 2019 am 26. Mai (On A Sunday!) wollen wir Titel und Teilnehmer*innen mit ihren Texten, Trends, Gemeinsamkeiten und Diversitäten vorstellen.

Spiegelt sich im ESC der Traum (The Dream) von Europa wider? Wird ein Geist von Gemeinsamkeit und Einheit in der Luft liegen (Spirit In the Sky)? Werden wir als Europa zusammenstehen (Stay)? Ist Europa wandlungsfähig wie ein Chamäleon?
Oder werden weiterhin Ängste geschürt, die Europa auseinanderbrechen lassen (The Scream)? So viel Nostalgie, so wenig Hoffnung – wird sich jedes Land auf sich selbst zurückziehen (Ktheju tokës) und nur den eigenen Stolz (Proud) pflegen? Ist Europa an seinen Grenzen (Limits) angekommen? Wird sich gar, wie die „antikapitalistische“ Band Hatari für Island singt, der Hass in Europa durchsetzen? (Hatrið mun sigra)

Vermag es der mit der Europäischen Karlsmedaille ausgezeichnete ESC weiterhin, uns ein Gefühl von Geschwisterlichkeit (Sister) und Heimat (Home) zu vermitteln?
Werden wirklich, wie Georgien glaubt, verlorene Lieder wiedergefunden, die unsere Wunden heilen (Sul Tsin Iare)? Liegt unsere Zukunft an dem, was unsere Väter (Az én apám) und Mütter uns mitgegeben haben? Können wir uns als Individuen und Nationen selbst treu bleiben und auf uns selbst vertrauen (Sebi)?
Aber vielleicht ist Europa eh nur eine Frage des Geldes – um es in der Sprache des San Remo Festivals zu sagen: des Soldi?

Ein Fest und ein Wettbewerb

Doch wir wollen nicht zu viel hinein interpretieren. Natürlich geht es um einen Lieder-Wettstreit und um ein großes Fest – im Mai in Tel Aviv und in unserem Blog:
Wer wird die Krone (Kruna) von der Vorjahressiegerin Netta ausgehändigt bekommen? Wer wird Königin oder König (Roi) des ESC?

Werden alle Teilnehmer*innen in der Finalnacht des 18. Mai (That Night) mit der nötigen Energie und Kraft (Run With The Lions) bei der Sache sein?

Vielleicht heißt es dann ja an unsere Adresse: „The world has had enough. Don’t get too political“ und alle feiern völlig losgelöst (Zero Gravity).

Und in den meisten Songs geht es ja doch um bessere Liebe (Better Love), das Feuer derselbigen (Fire of Love) und um das Gefühl, im Himmel zu schweben (Heaven).

Um die Wahrheit (Truth) zu sagen: auch in politisch stürmischen (Storm) Zeiten können wir einfach mal „Na Na Na“ singen und uns dem Dirty Dancing“ hingeben. Es ist eh nie „Too Late For Love“!

Unsere Pläne

Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Leser*innen Informationen zum ESC nicht nur vom Freund eines Freundes erfahren. Heute haben wir mit den Titeln des Jahrgangs gespielt und glaubt uns: es ist nicht einfach, ganze 41 Liedtitel (ja, es sind tatsächlich mehr als 22!) für so einen Beitrag zu verunstalten.

Das werden wir in Zukunft mit gewohnt seriösem und subjektiven Blick ohne Scheuklappen (La Venda) auch aus Tel Aviv fortsetzen und freuen uns über alle, die nicht darüber hinwegsehen (Look Away) sondern uns hier oder auf Twitter oder Facebook folgen. Like it?!

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