Ungarn im Finale, Russland draußen: die Ergebnisse des zweiten Semifinales

Ein Abend der Überraschungen:

  • wer hätte noch vor zwei Monaten gedacht, dass Russland am Finaleinzug des Song Contests scheitern könnte? Obwohl das Lied bekannt war, rechneten doch immer noch alle mit einer herausreißenden Inszenierung oder genügend Diaspora-Stimmen, aber nein: Russland hat es diesmal in den Sand gesetzt. Es wird sich zeigen, was das für die Zukunft heißt.
  • wer hätte noch vor zwei Monaten gedacht, dass Ungarn mit seinem heftigen Song den Einzug schaffen würde?! Als fürchterliches Geschrei wurde es von vielen Fans eingestuft. Doch die Jungs von AWS überzeugten letztendlich mit ihrem “Schrei Dich frei”-Song – und mit der vermutlich spektakulärsten Feuershow der ESC-Geschichte (oder erinnert sich jemand an mehr?). Nach der Show bekamen sie auch glatt die Einladung zum Wacken-Festival. Wir wissen nicht, worüber sie gerade glücklicher sind.
  • wer hätte noch vor zwei Monaten an Moldawien geglaubt? Der Song war etwa derselbe, als er präsentiert wurde, aber Spaß machte damals daran gar nichts – und jetzt diese Show!
  • wer hätte noch gestern gedacht, dass es Slowenien ins Finale schaffen würde? Wir hatten eineinhalb Wochen lang im Pressezentrum das Gefühl, wir seien die einzigen, die bei dem Song mitgingen. Aber der Licht- und Tonausfall während des Songs kam auch richtig gut. Und allen Freunden elektronischer Musik hat es dann wohl doch gefallen.
  • wer hätte noch gestern auf den Finaleinzug Australiens gewettet? Zwar kam der Song schon seit seiner Bekanntgabe richtig gut an, aber dann präsentierten uns die Aussis eine Performance, die allen die Schuhe auszog.
    Doch sie haben nicht nachgelassen und gearbeitet wie besessen. Kompliment an Jess, die das bewältigt hat. Selbst heute Abend war die Performance noch etwas anders als heute Nachmittag in der Family-Show…und da war sie anders als gestern im Juryfinale…und da anders als in den Proben vergangene Woche. Und plötzlich explodierte Jess heute und hat das Publikum mitgerissen. Großes Kino!

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Vorsicht vor Risiken und Nebenwirkungen: unser Beipackzettel zum zweiten Semifinale

Heute Abend werden die letzten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Grand Final des Song Contests am Samstag an Bord geholt.

Und diesmal darf auch das deutsche Fernsehpublikum mit abstimmen. Die Wahl dürfte dabei auch viel leichter fallen als am Dienstag.

Wir stellen alle 18 Songs vor – sämtliche Bilder stammen vom ‘Blue Carpet’, der Eröffnungszeremonie des Song Contests am vergangenen Sonntag. “Vorsicht vor Risiken und Nebenwirkungen: unser Beipackzettel zum zweiten Semifinale” weiterlesen

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Wovon singen die eigentlich? Teil 2: Die Texte des zweiten Semifinales

Wieder haben wir uns ESC-Texte vorgenommen: Liebe und Herzschmerz, Rettung der Welt, Freude und Trauer sowie gute Ratschläge – der Möglichkeiten “how you write a song” sind vielfältig.

Die Texte des ersten Semifinales haben wir bereits vorgestellt. (-> zum Nachlesen)
Ausführlich können alle Texte zum Beispiel ->hier nachgelesen und selbst exegiert werden. Für einen kurzen Einstieg widmet sich der zweite Teil unseres Kompendiums dem zweiten Semifinale: “Wovon singen die eigentlich? Teil 2: Die Texte des zweiten Semifinales” weiterlesen

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Enttäuschung in der Schweiz, Freude in Österreich: die Ergebnisse des ersten Semifinales

Das erste Semifinale ging soeben zu Ende. Ein unglaublich starker Cesár Sampson brachte unser Nachbarland Österreich ins Finale – dagegen scheiterte die Schweiz trotz neuem Vorentscheid-Modus und großem Engagement für ihr Auftreten hier in Lissabon.

Klassische Finalkandidaten wie Aserbaidschan blieben heute auf der Strecke – musikalisch nicht verwunderlich, aber ein Novum in der ESC-Geschichte des Landes.
Auch Griechenland, traditionell eine der erfolgreichen ESC-Nationen, verpasste den Finaleinzug und wird daran zu knabbern haben. Der griechische Beitrag hatte im Vorfeld des Contests viele Anhänger gefunden – allein die Inszenierung geriet zum Desaster. “Enttäuschung in der Schweiz, Freude in Österreich: die Ergebnisse des ersten Semifinales” weiterlesen

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Keine Risiken, keine Nebenwirkungen: unser Beipackzettel zum ersten Semifinale

Am heutigen Abend entscheidet sich im ersten Semifinale des Lissaboner Contests, welche 10 Finalisten am Samstag noch an Bord sein werden.

Die Songs

01) Aserbaidschan

Aisel: X my heart

Aisel (2.v.li.) mit Backing-Vocals | © Martin Schmidtner

Hoch hinaus auf die Berggipfel geht es im ersten Beitrag des Abends. Weiß wird die Liebe besungen mit den für Aserbaidschan so wichtigem Bild des Feuers – dem Symbol des Landes. So gestrickt, dass es für das Finale reicht – denn es ist ja Aserbaidschan, auch wenn Aisel die Töne nicht trifft. “Keine Risiken, keine Nebenwirkungen: unser Beipackzettel zum ersten Semifinale” weiterlesen

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Wovon singen die eigentlich? Die Texte des ersten Semifinales

Erfüllte Liebe, unglückliche Liebe, Nationalstolz, Depressionen, Euphorie, Seemannslieder, Gender-Themen, Biographisches, Kochrezepte – die Möglichkeiten eines Themas zu einem ESC-Song sind unbegrenzt – selbst Begrenzungen durch das Reglement, das etwa politische Themen untersagt, lassen sich mit etwas Einfallsreichtum leicht umgehen.
Und je nachdem, ob ein Song auf Englisch oder in einer der vielen Landessprachen gesungen wird, kann das ESC-Publikum wissen und erahnen, worum es im jeweiligen Beitrag eigentlich geht. Manchmal mag die Anmoderation durch die Fernsehkommentator*innen helfen, manchmal wollen wir aber auch besser gare nicht wissen, was da auf der Bühne verbreitet wird.
Nicht so mit uns – während der Proben in der Arena von Lissabon haben wir uns die tiefgründigen *hüstel* Texte aller Songs vorgenommen. Sie sind natürlich alle zum Beispiel ->hier nachlesbar. Wem das zu viel Arbeit ist, kann unser Kompendium nutzen – wir beginnen heute mit den Beiträgen des ersten Semifinales in alphabetischer Reihenfolge: “Wovon singen die eigentlich? Die Texte des ersten Semifinales” weiterlesen

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Tag der Spannung

Nach unseren ausführlichen Probenberichten der ersten Probenrunde haben wir nun eineinhalb Tage die zweiten Proben auf uns wirken lassen.

Licht und Schatten in der Altice Arena

Immerhin durften wir zum ersten Mal in der Halle Eindrücke sammeln – und sind hin- und her gerissen. Auf der einen Seite ein großartiger Hallensound, auf der anderen Seite die ständige Suche nach dem Lichtschalter. Ist es die fehlende LED-Wand der riesigen Bühne oder ist es ein Regieeinfall? Wir wissen es nicht, aber was uns schon zuvor bei den Übertragungen auf den Screen des Pressezentrums aufgefallen war, bewahrheitete sich in der Halle noch viel mehr: es wird vieles extrem dunkel gehalten. So dunkel, dass wir oft von unseren Presseplätzen, die zwar über dem Green Room gelegen den direkten frontalen Blick auf die Bühne bieten, eigentlich auch in der Halle fast nur auf den großen, von der Decke hängenden Leinwänden das Geschehen verfolgen, weil wir auf der Bühne fast nichts mehr erkennen. “Tag der Spannung” weiterlesen

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Der vierte Probentag: Taboos, Stage-Diving und ein Vampir

Am heutigen vierten Probentag standen die letzten neun ersten Durchläufe für das zweite Semi auf dem Programm. Und wie oben zu sehen: erstmals mischten sich auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter die Fans im Pressezentrum: eine entspannte Eleni Foureira aus Zypern sowie die strahlenden gut gelaunten Jungs von AWS aus Ungarn. Das kommt gut und wird gern gesehen!

Georgien

Bedauerlicherweise begann der Tag mit einem Schlaflied, was am Morgen im Pressezentrum nicht das ist, was gewünscht wäre. Mit jazzig-dissonanten Wiegelied-Klängen und der altbewährten Drei-Tenöre-Methode sichert sich die Ethno-Jazz Band Iriao mit ihrem Lied For You für Georgien den Finaleinzug. Und wie üblich bei diesem Genre ist das Setting des Auftrittes getragen, erhaben und feierlich. Und auch hier im Pressezentrum gibt es genug, denen es gefällt.

Vor der Videoleinwand des Meet&Greets | © Marc Schulte

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Der dritte Probentag: vom Wert guter Inszenierungen

Bisher verschlossene Türen öffnen sich und das Pressezentrum verdoppelt sich wie von Zauberhand am 3. Probentag. Langsam, aber sicher rücken die Finalshows in Sichtweise – bis zur ersten Fernsehshow ist es nur noch eine Woche.

Norwegen

Routiniert, noch nicht alles gebend, und bei einem Problem mit seinem In-Ear-Monitor souverän reagierend – an der Vorstellung in der ersten Probe von Alexander Rybak stimmte alles und doch ist der Sieger von 2009 in diesem Jahr kein Top-Favorit – das Lied ist zwar erfreulich selbstironisch: That’s How You Write A Song, aber dann eben doch zu glatt, um den Funken – trotz des charmanten Lächelns und der Geige – wirklich zünden zu können.
Und doch wird Norwegen in diesem Jahr mit diesem Lied oben mitspielen, denn der Song symbolisiert wie wenig andere Lieder jugendliche Unbekümmertheit und positive Ausstrahlung. “Der dritte Probentag: vom Wert guter Inszenierungen” weiterlesen

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