Der zweite Probentag: Priesterinnen, Lackstiefel und eine Fetisch-Party

Am zweiten Probentag, dem 30. April, standen die Startplätze 11 bis 19 des ersten Semifinales auf dem Programm. Nach den Favoriten Tschechien und Israel am ersten Probentag waren die Erwartungen etwas gedämpfter und wir starteten entspannt in den zweiten Tag.

Mazedonien

Doch dass Mazedonien mit die Gruppe Eye Cue und dem Titel Lost and Found das schon längst überkommende Bild der balkanesken Schönheit, die viel Haut zeigt und sich aufreizend lasziv bewegt, dazu “come and take me” singend, wieder aufleben lässt, macht uns dann doch sprachlos. Zwar wird die aktuelle Modefarbe Pink gewählt, doch sonst ist nichts, aber wirklich nichts modern und zeitgemäß. “Der zweite Probentag: Priesterinnen, Lackstiefel und eine Fetisch-Party” weiterlesen

Homo-Propaganda, die Zweite…

Und weiter geht es mit erfrischend offener “Propaganda”.

Nach Saara Aaltos erster Probe waren wir zugegebenermaßen irritiert: die finnische Inszenierung von Monsters verstörte uns durch ihre Ästhetik – gerade die Tänzerinnen und Tänzer bedienen leider ein Bild, das wir sonst eher aus US-Filmproduktionen kennen, wenn es um deutsche Nazis geht.

Wie gut, dass es Pressekonferenzen gibt!

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Homo-Propaganda für Russland

Ganz unabhängig davon, wie der irische Song Together, gesungen von Ryan O’Shaughnessy ,musikalisch bewertet werden soll – mann möchte den Iren den Einzug ins Finale schon allein deshalb wünschen, damit möglichst viele Zuschauerinnen und Zuschauer in Russland sich diesen Auftritt am Final-Samstag ansehen mögen.
In Russland gibt es das mittlerweile bekannte Gesetz gegen Homo-Propaganda, also gegen jedwede Darstellung oder Befürwortung von gleichgeschlechtlicher Liebe in der Öffentlichkeit.

Und bereits im Vorfeld verzauberte ein tanzendes Männer-Paar in O’Shaughnessys Video die ESC-Community.

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Wie inszeniere ich einen ESC-Act?

Ausgerechnet während Finnland uns mit seiner ersten Probe durch die Inszenierung einer Fetischparty in durchaus zwiespältiger Ästhetik überrascht, beweisen die Schweizer, wie ernst es ihnen diesmal beim Song Contest mit einem Erfolg ist. Nachdem der SRF (Schweizer Fernsehen) bereits seinen ganzen Vorentscheid entrümpelt und erneuert hat, leistet das Schweizer Duo Zibbz ganze Arbeit im Social-Media-Bereich.

Hier demonstrieren sie punktgenau 7 verschiedene  Varianten, in denen sie ihren Song Stones präsentieren könnten – wofür sie sich wirklich entscheiden, wissen wir nach deren ersten Probe heute Nachmittag:

https://www.facebook.com/srfesc/videos/1950988544945804/

Der erste Probentag: Arie, Choral und Liebestod

Bulgarien

Um 19.55 Uhr begann am Sonntag, dem 29. April die letzte Pressekonferenz des Tages: Mitfavorit Bulgarien präsentierte sich als 10. Land am ersten Probentag mit der ersten und einzigen Gruppe des Tages – Equinox mit Bones.

Wie immer darf die Presse die erste Probe nicht mit im Saal verfolgen, sondern bekommt nur drei Durchläufe auf dem Bildschirm präsentiert. Doch diese drei mal drei Minuten reichen häufig aus, damit Favoriten sterben oder neue Lieblinge gewonnen werden. “Der erste Probentag: Arie, Choral und Liebestod” weiterlesen

Sie entscheiden über 50 % der deutschen Wertung: die ESC-Jury

Heute gab der NDR die Zusammensetz6ung der deutschen Jury bekannt, die immerhin 50 % des deutschen Votings im zweiten Halbfinale am 10. und im Finale am 12. Mai ausmacht.: die Sänger/Songwriter Max Giesinger und Mike Singer, die Ravensburger Songschreiberin Lotte, Schlager-Ikone Mary Roos und „Revolverheld“-Manager Sascha Stadler.

Die Jurys bewerten – anders als das TV-Publikum – nicht die Auftritte während der ESC-Live-Sendungen, sondern die jeweils zweite Generalprobe der Shows am Abend davor, die so genannten „Jury-Finale“. Diese Shows sehen die Jury-Mitglieder in einer speziellen, nicht öffentlichen Übertragung gemeinsam beim NDR in Hamburg.

Während die Punkte aller Jurys im ESC-Finale nacheinander live mitgeteilt werden, werden die Ergebnisse der Televotings aus allen Ländern zusammen ausgewertet und in der Show erst ganz am Schluss veröffentlicht. Wie die Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland gewählt haben, berichtet Kommentator Peter Urban zum Ende des ESC-Finales. Zudem wird eurovision.de das nationale Televoting-Ergebnis veröffentlichen. “Sie entscheiden über 50 % der deutschen Wertung: die ESC-Jury” weiterlesen

All Aboard in Lissabon

Mit großer Begeisterung hat die ESC-Community im vergangenen Mai den Sieg Salvador Sobrals für Portugal aufgenommen: immerhin war Portugal bis dahin beim Song Contest leer ausgegangen, umso mehr gönnten alle dem Land diesen Erfolg – bedeutete dies für die Fans doch zudem, eine neue Austragungsstadt erkunden zu können, bei mediterranem Frühlingswetter statt nordischer Kälte.

Gleichzeitig ist Portugal eines von der Krise seit Jahren extrem gebeuteltes Land: ein schweres Unterfangen also einerseits, das durchaus teure Mega-Event zu stemmen, andererseits aber auch eine perfekte Gelegenheit, Werbung für den Portugal-Tourismus zu platzieren.
Wie würde dieser Spagat gelingen?

Traditioneller Exportschlager Ölsardinen

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EuroVisionen 2018

Seit heute laufen hier in Lissabon die Proben zum Song Contest, der offiziell am kommenden Sonntag eröffnet werden wird. Und natürlich sind wir live vor Ort.

Seit 2009 sind wir (mit Ausnahme von 2013) immer live dabei und bekommen die Proben hautnah mit. In den letzten Jahren haben wir hierüber in unserem Blog auf vorwaerts.de berichtet.

Ab diesem Jahr ergänzen wir dies hier auf unserer eigenen Seite.

Die Leitlinien unserer Berichterstattung waren und sind: faire Berichterstattung mit Respekt vor allen teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern mit einem Schwerpunkt auf die politischen Implikationen des vom Veranstalter EBU immer wieder als unpolitisch postulierten Wettbewerbs. “EuroVisionen 2018” weiterlesen