Homo-Propaganda, die Zweite…

Und weiter geht es mit erfrischend offener “Propaganda”.

Nach Saara Aaltos erster Probe waren wir zugegebenermaßen irritiert: die finnische Inszenierung von Monsters verstörte uns durch ihre Ästhetik – gerade die Tänzerinnen und Tänzer bedienen leider ein Bild, das wir sonst eher aus US-Filmproduktionen kennen, wenn es um deutsche Nazis geht.

Wie gut, dass es Pressekonferenzen gibt!

Eine unglaublich frische, offene und sympathische Saara erklärte, dass die Monster und Dämonen, um die es in ihrem Song geht, ihr Leben vor dem Coming Out widerspiegeln sollen. Das Scheibe, an der sie festgeschnallt zu Beginn im Kreis gedreht wird, symbolisiere dieses Leben in der versteckten Identität.
Erst nach einem Jahr Beziehung zu ihrer Lebenspartnerin habe sie ihr lesbisches Coming Out gewagt und diesen Prozess in dem Song verarbeitet.

Und sie sei stolz und glücklich, sich jetzt den langjährigen Traum, beim Song Contest anzutreten, in dieser neuen Offenheit erfüllen zu können.

Darüber freuen wir uns mit ihr und wünschen ihr, den Traum bis ins Finale umsetzen zu können.
Leider sollte sich jedoch eine Inszenierung selbst erklären – und da scheint uns die heute gesehene “overcamp” geraten zu sein – zumal die heftige Choreographie Saaras Stimme nicht zuträglich ist: der erste Probendurchlauf lief sehr harmonisch, bei den weiteren merkte man der Stimme die körperliche Strapaze leider zu sehr an.

Wie gut sie es eigentlich kann, beweist sie in einer höchst originellen und unseres Wissens bisher einmaligen Aktion: sie hat ihr Lied Monsters in allen 34 Sprachen der am Song Contest teilnehmenden Nationen veröffentlicht:

Hoffen wir für Saara, dass das Publikum sie auch im Halbfinale versteht!

 

 

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